Thor - Thorheiten

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Thor


Seit meinem Zivildienst habe ich über 20 Jahren mit Menschen mit unterschiedlichem Hilfe- und Förderbedarf gearbeitet. Oft war dabei von "Autismus", "Autismus-Spektrum-Störung", "geistiger oder seelischer Behinderung" sowie "psychischen Erkrankungen oder Störungen" die Rede. Mir ist wichtig, dass hinter all den Begriffen der Mensch nicht verschwindet. Jeder Mensch hat Aufmerksamkeit verdient - im Gegensatz zu mitunter eher fragwürdigen Begriffen und Etikettierungen. Statistisch gesehen gelten in Deutschland rund zehn Prozent der Menschen als "behindert". Rund ein Drittel der Menschen in unserer Gesellschaft wird mindestens einmal pro Jahr als "psychisch krank" beschrieben. Insofern schreibe ich gelegentlich über Menschliches, Allzumenschliches. Seit 2018 arbeite ich in der Kinder- und Jugendhilfe, seit 2019 viel in schulischen Zusammenhängen.

Sympathie hege ich für jene nicht ausschließlich wissenschaftlichen Ideen, die keinen Alleingültigkeitsanspruch vertreten oder auf "Perfektion" drängen. Besonders angetan haben es mir einige konstruktivistische und humorvoll-provokante Ansätze. Ahnend, dass ich wenig weiß, versuche ich, das Wundern und Staunen nicht komplett zu verlernen.

Der Geschichte meines Vornamens auf der Spur, beschäftige ich mich ab und zu mit Mythologie und im weitesten Sinne "heidnischer" Spiritualität und Religion - was ausdrücklich die Erkenntnis einschließt, dass z.B. in Dortmund Fußball zur Religion erhoben werden kann. Je länger ich lebe, desto thörichter wird jedes meiner Unterfangen. Insofern ist "Thorheiten" ein nahe liegender Oberbegriff auch für meine Zeilenschinderei.


© Thor Wanzek 2018-2021
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