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Masken 2020

Disclaimer: Nein, ich bin kein "Masken-Gegner", "Corona-Leugner", Verschwörungstheoretiker o.ä. (Leider muss das heutzutage sicherheitshalber erwähnt werden.) Die folgende Sammlung von Zitaten soll verdeutlichen, wie sich Experten und andere Menschen zum Thema "Maskenpflicht" und Wirksamkeit von so genannten Mund-Nasen-Schutzmasken äußern, wie sie ihre Einschätzungen im Laufe weniger Wochen oder sogar Tage ändern, wie sich die Nachrichtenlage zum Thema entwickelt - und vielleicht nicht nur mich ab und zu ein bisschen irritiert. Vielleicht kann eine solche Übersicht auch dazu beitragen, dass wir unseren Mitmenschen rücksichtsvoller begegnen, ihre Wahrnehmungen, Ängste und Nöte ernst nehmen - auch wenn wir sie nicht vollständig teilen mögen.



Vom „pädagogisch unsinnigen Notbehelf“ zur „sexy Maske“



Thomas Kurscheid: „Mund-Nasenschutz gut für Atemmuskulatur“ (05.11.2020)

Der Arzt Thomas Kurscheid, im Fernsehen oft als medizinischer Fachmann zu Gast, hat unlängst in einer Sendung - unabhängig von Covid-19 - darauf hingewiesen, das Mund-Nasen-Schutzmaken die Atemmuskulatur stärken können. Wie u.a. der WDR berichtet, hat der Gesundheitsexperte seitdem über 1.000 Hass-Mails erhalten, darunter Mord-Drohungen, weil seine Aussage missverstanden und als Argument für das Tragen der bezeichneten Masken in der "Corona-Krise" interpretiert wurden. (Was für ein Wahnsinn.)



Thomas Preis: Ansteckung nicht sehr wahrscheinlich mit FFP2-Maske.“ (02.11.2020)

Der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein Thomas Preis antwortet im Kölner Stadt-Anzeiger auf die Frage eines Lesers, ob bei der Begegnung mit stark ausatmenden Joggern auf schmalen Gehwegen ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe: Auf schmalen Gehwegen lässt sich ein ausreichender Abstand nicht immer einhalten – auch daher die Masken. Wenn der Jogger durch die körperliche Anstrengung beim starken Atmen vermehrt Aerosole ausscheidet und damit grundsätzlich potenziell ansteckender ist als ohne körperliche Anstrengung, werden die Aerosole im Freien sofort gut 'verdünnt'. Somit ist eine Ansteckung nicht sehr wahrscheinlich, insbesondere dann, wenn man selbst eine FFP2-Maske trägt.



Hendrick Streeck: „Dass wir über Gebote reden, dass zum Beispiel die Maske sexy wird.“ (28.10.2020)

Auf der Online-Pressekonferenz der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum weiteren Management der Covid-19-Pandemie (übertragen auf dem Sender phönix) erklärt der Virologe Hendrick Streeck: „Daher ist es wichtiger, dass wir uns auf einen Marathon vorbereiten, nicht auf diesen kurzen Sprint [den einmonatigen Lockdown]. (...) Dass wir über Gebote reden, dass zum Beispiel die Maske sexy wird; dass wir einen Weg haben, Leben zuzulassen, ohne andere Menschen zu gefährden.“



Karsten Juhl Jørgensen: „Eine Ruhige Diskussion über das Tragen von Masken ist unmöglich.“ (26./29.10.2020)

Eine Studie dänischer Forscher zur Wirksamkeit von Mund-Nasen-Schutzmasken mit 6.000 TeilnehmerInnen, und somit wohl die bisher größte ihrer Art, wird bereits vor der Veröffentlichung erster Ergebnisse vehement angezweifelt, wie u.a. Der Nordschleswiger berichtet. Drei amerikanische Wissenschaftler kritisierten in einem „Letter of Concern“, den sie an das Danish Medical Journal richteten, u.a. den Aufbau der Studie, und wiesen darauf hin, dass die zu erwartenden Ergebnisse wahrscheinlich zu Fehlschlüssen einladen werden. Die dänischen Wissenschaftler hingegen betrachten ihre Studie bestenfalls als eine von vielen weiteren noch durchzuführenden, und zeigen sich von der Kritik irritiert. „Wissenschaft ist ein Prozess mit extremer Unsicherheit, bei dem man ständig versucht, klüger zu werden. Sicheres Wissen wird extrem langsam gewonnen und zwar über einen viel längeren Zeitraum als eine Pandemie“, sagt Michael Bang Petersen, Professor am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Aarhus dem Portal videnskab.dk. Karsten Juhl Jørgensen, Oberarzt und Experte in Forschungsmethoden, fürchtet, dass die Ergebnisse der Studie für politische Zwecke missbraucht werden könnten, und konstatiert: „Eine Ruhige Diskussion über das Tragen von Masken ist unmöglich.“



Deutsches Forschungsprojekt: Erste Versuchsdaten „zeigen deutlich den positiven Effekt von Alltagsmasken“. (26.10.2020)

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt untersuchen mehrere Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Funktionsweise und Wirksamkeit von Alltagsmasken aus Stoff. Versuchsleiter Prof. Andreas Schröder vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik berichtet von ersten Erkenntnissen nach Auswertung der ersten Versuchsdaten:  „Die Versuche zeigen deutlich den positiven Effekt von Alltagsmasken und das obwohl kleine Aerosole den Stoff durchdringen können.“ Das liege daran, dass die Mund-Nasen-Schutzmasken den ausgeatmeten Luftstrom mit den Aerosolen effektiv abbremsten (veranschaulicht im Video). Insofern helfen Masken wohl dann, wenn auf die Abstandsregel  geachtet wird. Fundiertere Ergebnisse sollen dem DLR zufolge im Frühjahr vorliegen.



Japanische Studie: Effizienz unterschiedlicher Masken zwischen 17 und 70 Prozent (26.10.2020)

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet über eine neue japanische Studie zur Effizienz unterschiedlicher Masken. Demzufolge betrug die Effizienz „bei der Virusabwehr rund 17 Prozent bei Stoffmasken, bei einer chirurgischen Maske zirka 47 Prozent – und die perfekt angepasste N95-Maske erzielte 79 Prozent. Trug sie hingegen der Virusverteiler, lag der Grad des Virusschutzes bei allen drei Masken bei etwa 70 Prozent.“ Das RND zitiert die Autoren der Studie mit dem Hinweis, dass es sich um die erste Studie zur Effizienz von Schutzmasken gegenüber dem Coronavirus handele, und ergänzt: Die Wissenschaftler betonen, dass ein 100-prozentiger Schutz durch Masken nicht gewährleistet sein könne. Es komme aber gerade bei den professionellen Masken sehr darauf an, sie richtig zu tragen, um den höchstmöglichen Schutz zu gewährleisten.



Verwaltungsgericht Düsseldorf: Alltagsmaske „schützt nicht vor einer Verbreitung des Virus über die Atemluft. (26.10.2020)

In einem Artikel über die neue Regeln für den Schulbetrieb und fragwürdigen Gesundheitsschutz in diesen Bildungseinrichtungen, notiert die junge welt: In Berlin, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und andernorts müssen viele Schüler auch im Unterricht Alltagsmasken tragen. Laut Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte darf diesen Utensilien allerdings mangels erwiesenem Nutzen keine Wirkung zugeschrieben werden.
Und weiter: Auch ein Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts (VG) Düsseldorf weist auf Widersprüche bezüglich der Abwägung von Nutzen und Schaden der einseitigen Maßnahmen hin. Das VG erklärte am 16. Oktober die 14tägige Quarantäne eines Schülers, dessen Lehrerin positiv auf das Virus getestet worden war, für rechtens. Das als »Kontaktperson 1« geltende Kind habe 45 Minuten mit ihr im Raum verbracht. Dass es dabei durchgängig eine Alltagsmaske getragen habe, ist laut VG nicht relevant. Denn diese schütze nicht vor einer Verbreitung des Virus über die Atemluft. Die Richter beriefen sich dabei explizit auf das RKI, das eine Quarantäne für Kontaktpersonen auch bei negativem Testergebnis empfehle, wenn diese sich, unabhängig vom Tragen einer Maske, mit einer positiv getesteten Person länger als 30 Minuten in einem Raum aufgehalten haben.



Hendrick Streeck: Ich denke, dass eine Maske draußen im Freien nicht sinnvoll ist.“ (24.10.2020)

Im Gespräch mit dem Sender phönix erklärt der Virologe Hendrick Streeck: „Masken wirken, vor allem, wenn man den Abstand nicht einhalten kann. Dann hilft es einem selber aber auch vor allem den anderen, wenn man eine Maske trägt, um Übertragungen zu vermeiden. Ich denke, dass eine Maske draußen im Freien nicht sinnvoll ist, wo man zum Einen die Luft hat und wo Aerosole gar nicht entstehen können, und wo man zum Anderen auch sehr viel eher Abstand hält.“
In der Sendung mit dem - darf ich schreiben: alarmistischen? - Titel Corona nachgehakt – verlieren wir die Kontrolle?“ vergleicht Streeck die aktuelle Pandemie mit der HIV-Pandemie.  Auf Grundlage von 30 Jahren Erfahrungen mit der letzteren spricht er sich dafür aus, den Menschen möglichst viel Eigenverantwortung zuzutrauen - auch im rücksichtsvollen Umgang mit Masken.




Karl Lauterbach: „Die Maskenpflicht ist in deutschen Fachkreisen nicht strittig.“ (22.10.2020)

Während Hendrick Streeck noch vor knapp drei Wochen die „die Studienlage in diesem Bereich (der Wirksamkeit bzw. etwaigen Gefährlichkeit von Masken) [als] generell noch gar nicht so gut einschätzte (siehe Eintrag unten vom 02. Oktober 2020), gibt es dem SPIEGEL zufolge inzwischen (...) immer mehr wissenschaftliche Belege dafür, dass Alltagsmasken bei richtigem Gebrauch zumindest einen Teil der Viren abwehren können. Und während der Epidemiologe Dr. Karl Lauterbach am 13.08.2020 in der Sendung von Markus Lanz selbst noch die Einschätzung getroffen hatte, dass die an Schulen gängigen Alltagsmasken im Hinblick auf die Filtrierung von Aerosolen „nichts bringen“, erklärt er rund zwei Monate später: „Die Maskenpflicht ist in deutschen Fachkreisen nicht strittig. Sie [die Alltagsmasken] schützen denjenigen, der sie trägt, und sie können vor Aerosol- und Tröpfchenübertragungen schützen - natürlich zusammen mit anderen Maßnahmen.
Der SPIEGEL-Artikel erhellt leider nicht, ob die Studienlage und die Einschätzungen in deutschen Fachkreisen sich nahezu über Nacht geändert haben, oder ob Menschen wie die in dieser Chronologie bereits Zitierten nicht (mehr) zu Fachkreisen hinzuzurechnen sind (welchen Umständen das nun auch immer geschuldet sein mag). Leider habe ich bislang auch keine Erklärung von Lauterbach dazu gefunden, warum er seine vorige Position aufgegeben hat und nun die gegenteilige Einschätzung vertritt - obwohl gerade das sicher nicht nur mich interessiert.



Klaus Reinhardt pro FFP2- und contra Alltagsmaske: „Keine wissenschaftliche Evidenz.“ (21.10.2020)

„Man sollte aufmerksam sein, das auf jeden Fall, aber es gibt keinen Grund, panisch zu sein zum jetzigen Zeitpunkt, weil wir (...) sehen können, dass sich die Zahl der Todesfälle nur sehr geringfügig ändert aktuell.“ Die Haltung, die Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Deutschen Ärztekammer, bei Markus Lanz vertritt, lässt wenig Zweifel an seiner Intention: Der Mediziner möchte nicht zur Angst- oder Panikmache beitragen, sondern wünscht sich angesichts unzweifelhaft stark steigender Infektionszahlen einen souveräneren Umgang mit der Datenlage, bzw. mit der Datenlage, wie sie sich für ihn darstellt. Im Hinblick auf den Einsatz von Schutzmasken spricht sich Reinhardt dafür aus, dass Menschen mit einem höheren Infektionsrisiko FFP2-Masken verwenden sollten, weil diese helfen, das Infektionsrisiko zu verringern - im Gegensatz zu Alltagsmasken: „Ich bin davon [von Alltagsmasken] nicht überzeugt, weil es keine wissenschaftliche Evidenz gibt, dass sie hilfreich sind“, so Reinhardt. „nichts bringen“. Zwar räumt er „einen gewissen mechanischen Schutz“ ein, doch „die Viren werden dadurch [durch Alltagsmasken] nicht aufgehalten“.
Der Präsident der deutschen Ärztekammer stellt weiter fest, dass Masken derzeit polemisch umstritten sind, und dass er sich nicht an einem „Maskenkrieg“ beteiligen möchte. „Den Einsatz von Masken finde ich an bestimmten Stellen richtig“, so Reinhardt, der jedoch auch darauf hinweist, dass es mit Menschen und einer Gesellschaft etwas anstellt, wenn sich Menschen immer häufiger mit Masken - Reinhardt spricht von „Vermummung“ - begegnen.

„Die Maske hat eine Wirkung, ja. Punkt. Ob die Maske in der Form, wie wir sie tragen, als Alltagsmaske, eine Wirkung hat: fraglich. Ob sie eine Wirkung hat, wenn sie halbfeucht [ist] und eine Woche nicht gewaschen wird? Das ist die Realität. (...) Das ist das Erste. Das Zweite ist: In welchem Zusammenhang hat sie [eine] Wirkung? Sie hat sicher [eine] Wirkung, wenn ich mir [mit jemandem] sehr nahe kommen muss, notwendigerweise in einem engen unbelüfteten Raum, [zum Beispiel] wenn ich morgens in die S-Bahn steige.“

Die kritische Haltung von Klaus Reinhardt kommt in dem ingesamt sehenswerten Gespräch klar zum Ausdruck, in dem er sich nicht scheut, unangenehme Fragen im Hinblick auf noch nicht bemessbare Kollateralschäden zu stellen - wie z.B. den Effekt auf Kinder, die sich derweil zahlreichen maskierten Menschen gegenüber sehen.

Nachtrag vom 23.10.2020: In einer sehr, sehr aufgeregten Atmosphäre, in der sehr, sehr aufgeregte Journalisten und Experten so aufgeregt sind, dass sie auf Differenzierungen, Abwägungen und Zwischentöne nicht mehr achten können (wollen?), und sie sehr, sehr aufgeregt einzelne Aussagen aus dem Gesamtzusammenhang des rund 20-minütigen Gesprächs herauslösen, um Herrn Reinhardt als unverständigen Maskengegner zu diskreditieren, kann der öffentliche Druck binnen weniger Stunden immens zunehmen. Deshalb „rudert“ der Präsident der Deutschen Ärztekammer zwei Tage nach seinen Aussagen bei Markus Lanz zurück, wie zahlreiche Medien im Wortlaut ähnlich melden (interessant dabei ist, wie viele das Bild des „Zurückruderns“ bemühen).




Axel Bach: „Maske in Fußgängerzonen = Symbolpolitik“ (16.10.2020)

Im WDR 5 bei "Neugier genügt" mit Ralph Erdenberger bezeichnet Axel Bach von Quarks die Maskenpflicht in Fußgängerzonen als Symbolpolitik, weil das Maskentragen im Freien keine Auswirkungen auf das epidemische Geschehen habe.



Lothar Wieler: „Wir wussten nicht, dass schon vor den Symptomen Viren ausgeschieden werden.“ (15.10.2020)

Im Gespräch mit Alfred Schier bei phönix persönlich erläutert der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Prof. Lothar Wieler, wie es vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Infektion mit Covid-19 zu einer Neubewertung der Effektivität von Masken durch das RKI gekommen ist. (ca. ab Minute 11)




Markus Söder: Masken sind „verhältnismäßig“ und ein „ein Instrument der Freiheit“ (12.10.2020)

Weil sie es den Menschen ermöglichen würde, mehr Normalität zu leben als ohne, bezeichnet der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Maske als „ein Instrument der Freiheit“, wie u.a. die FAZ berichtet (hier). Diese Aussage trifft Söder vor dem Treffen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der Bundeskanzlerin, und feuert, wie im verlinkten Artikel nachzulesen, ein ganzes Arsenal an inhaltarmen bis -leeren und populistischen Phrasen ab, die hier nicht wiedergegeben zu werden brauchen. Im Hinblick auf den Einsatz von Masken wünscht sich Söder offenbar „deutlich mehr Masken, deutlich weniger Alkohol, deutlich weniger Party“, wie die FAZ notiert.

Für undifferenziert „mehr Maske“ und für ein 250-Euro-Bußgeld für Maskenverweigerung spricht Söder auch im Interview mit tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga aus: „Ich glaube, dass Masken der entscheidende Schlüssel sind, um Alltagsnormalität so lange und so gut wie möglich zu erhalten. (...) Die Maske, daran glaube ich, ist eines der wenigen ganz einfachen [und] verhältnismäßigen Mittel, bspw. im Unterricht in der Schule, um den Unterricht aufrecht zu erhalten, um das öffentliche Leben aufrecht zu erhalten, um einen zweiten Lockdown zu verhindern, was ja unser großes Ziel ist. Deshalb hilft die Maske enorm, das hat die [Nationale Akademie der Wissenschaften] Leopoldina auch mehrfach bestätigt. Wenn es so wirksam ist, dann muss man es auch durchsetzen. Die Maske zu verweigern, wenn kein Abstand gehalten werden kann, ist kein Kavaliersdelikt, sondern das ist eine ernsthafte Sache, und da muss man auch Nachdruck verleihen, sonst hält sich keiner daran.“

Das tagesthemen-Interview:




Frank Ulrich Montgomery:Würden alle immer Masken tragen, müsste dieses Virus eigentlich verschwinden.“ (07.10.2020)

In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärt Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery: Ich bedaure, dass wir einen Flickenteppich an Maßnahmen haben und in jedem Bundesland unterschiedliche Regeln gelten. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Maskenpflicht. Grundsätzlich sollte gelten, dass die Alltagsmaske überall getragen wird, wo Kontakt zu anderen Menschen besteht und zwei Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Auch ich habe am Anfang gesagt, die Masken helfen ja nichts. Aber da es inzwischen Beweise gibt, dass sie andere schützen, habe ich meine Meinung zu Masken radikal geändert.



Daniel Kehlmann: Masken zu tragen, ist natürlich richtig und sinnvoll. (06.10.2020)

In einem inspirierenden Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung trifft der Schriftsteller Daniel Kehlmann obige Aussage. Er schildert zudem seine Wahrnehmung, dass die vermeintlichen Schutzmaßnahmen dieser Tage vor allem Angst-gesteuert sind, und sagt dazu Folgendes: Es gibt vor allem zwei Urängste, die wir als archaisches Erbe mit uns herumtragen. Wir alle fürchten uns vor Urhorden angeblich gefährlicher Fremder, die über unser Land hereinbrechen. Diese Neigung in uns müssen wir erst anerkennen und dann bekämpfen, indem wir sie intellektualisieren. Das haben wir gelernt, und das wissen wir. Aber die noch tiefere Urangst ist die vor der Pest, also die Vorstellung, dass man sich den unsichtbaren Tod einfängt und daran qualvoll stirbt. Die grosse Pestepidemie ist das einschneidendste Ereignis der frühen Neuzeit, sie hat die Menschheit tiefer geprägt, als uns normalerweise klar ist. Aber auch diese Angst vor Krankheit und Ansteckung müssen wir in uns bekämpfen, nicht weniger als die Neigung zur Xenophobie – tun wir es nicht, übernimmt sie gänzlich die Macht über uns und wird handlungsbestimmend. Es war regelrecht aberwitzig zu sehen, wie viele Intellektuelle plötzlich ganz dieser Angst anheimfielen.



Hendrick Streek: „Die Studienlage in diesem Bereich ist generell noch gar nicht so gut.“ (02.10.2020)

In einer tagesschau-Sondersendung beantwortet Hendrick Streeck am 02. Oktober die Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Zum Thema Masken äußert er sich wie folgt:

„Studien haben gezeigt, dass Masken sehr wohl dazu beitragen können, das Infektionsgeschehen runterzuhalten, sodass wir zwei Sachen haben: Abstand halten oder Maske tragen. Beides [zusammen] muss nicht unbedingt sein.“ Und weiter: „Wenn jemand wirklich ungepflegt ist und die Maske nicht pflegt, sie in die Hosentasche knüllt, die Maske verschwitzt oder feucht ist und dann umgeschnallt wird“, sei das riskant, so Streeck. „Das passiert aber nicht immer. Es ist nur gefährlich für die, die eine Lungenvorschädigung haben.“

Im Hinblick auf einen vermeintlichen besonders gefährlichen Effekt von Masken bei Kindern erklärt Streeck:

„Bei Kindern geht es vor allem um die [Frage der] CO2-Konzentration, ob zu viel Kohlendioxid zurückgeatmet wird. (...) Wenn man rückatmet, kommt immer wieder Frischluft dazu, also dass es [das Tragen einer Maske] keinen Effekt hat; dass es zwar eine Rückatmung gibt, aber dass das keinen starken oder schlimmen Effekt hat auf die Kinder, weil natürlich Frischluft dazu kommt und nur wenig Sauerstoff benutzt wird. Man muss dazu aber auch sagen, dass die Studienlage in diesem Bereich generell noch gar nicht so gut ist, wie man sich erhofft hat.“

Bemerkenswert scheint mir zudem seine Aussage im Hinblick auf Schulen als mögliche „Super-Spreader“:

„Weltweit haben Schulen gezeigt, dass sie NICHT Super-Spreading-Events sind.“

Die tagesschau-Sondersendung:




Daniel Kehlmann: Maske draußen ist wirklich nur in ganz wenigen extremen Situationen nötig. (30.09.2020)

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann nimmt sich im Interview mit der WELT die Freiheit, zwischen verschiedenen Situationen drinnen und draußen zu unterscheiden und als Nicht-Experte (er ist Autor, kein Virologe, Epidemiologe oder Mediziner) seine Wahrnehmungen und Einschätzung zu äußern: Es gibt in Bayern eine Maskenpflicht im Freien, obwohl man weiß, die Wahrscheinlichkeit, sich draußen anzustecken, ist um den Faktor 19 geringer als drinnen und damit wirklich verschwindend. Es hat kein nachgewiesenes Superspreading-Event im Freien gegeben, kein einziges, Maske draußen ist wirklich nur in ganz wenigen extremen Situationen nötig. Wir wären sehr viel weiter, wenn wir uns als Gesellschaft darauf einigen könnten, nur Dinge zu tun, die epidemiologisch sinnvoll sind. Wenn wir das Hygienetheater lassen würden.
Kehlmann weiter: Viele der Corona-Maßnahmen haben Talisman-Charakter. Wenn sie die Gesellschaft nicht schädigen, ist dagegen letztlich nichts zu sagen. Von mir aus sollen Männer in Camouflage-Kostümen mit Temperaturmesspistolen am Flughafen stehen, wenn die Gesellschaft sich dadurch sicherer fühlt. Aber Kindern zu sagen, sie sollen mit Maske im Klassenzimmer sitzen, und zwar Kinder unter zehn, das richtet echten Schaden an, und einen noch größeren Schaden richtet es an, wenn man diesen Kindern wie in Spanien verbietet, auf die Straße zu gehen. Das ist dann nicht mehr akzeptabel.Das ganze Gespräch findest Du hier (als Bezahlinhalt).



Carolin Kebekus: Wir in Köln sind keine Asis und tragen darum Masken, um uns gegenseitig zu schützen. (September 2020)

Bei einer Fahrt mit einer Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) staune ich nicht schlecht, als ich folgende, von Carolin Kebekus gesprochene Ansage zum ersten Mal höre: „Wir in Köln sind keine Asis und tragen darum Masken, um uns gegenseitig zu schützen - auch in der KVB. Wenn man das nicht macht, ist das nicht nur asi, sondern das Ordnungsamt bekommt auch 150 Euro von euch. Und das ist doch scheiße.“ Die dpa berichtet am 14.09.2020 über diese und von anderen Prominenten eingesprochene Ansagen in den KVB-Bahnen.



Bahar Aslan: Die Schüler konnten wegen der Maske nicht atmen.(11.09.2020)

In einem in vielerlei Hinsicht lesenswerten Interview im Kölner Stadt-Anzeiger (Bezahlinhalt) schildert Bahar Aslan, Lehrerin an einer Hauptschule in NRW, ihre Eindrücke der Schutzmaskenpflicht in der Schule: Die ersten eineinhalb Wochen waren unerträglich. Es gab Probleme mit der Kommunikation, weil die Verständigung über Mimik und Gestik weggefallen ist. Die Schüler konnten wegen der Maske nicht atmen, beklagten sich, dass es zu warm ist, sie nicht richtig sprechen können und trinken möchten. Das Tragen hat ihre Konzentration beeinträchtigt. Teilweise haben sie mich nicht verstanden, wenn ich die Maske trug. (11.09.2020)



Screenshot: Bericht im NDR vom 02.09.2020

Forschergruppe: „Medizinische Interventionen müssen untersucht werden.“ (25.08.2020)

Ein Autorenteam von Wissenschaftler*innen und Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen hinterfragt den Sinn von Schutzmasken in der Covid-Krise in ihrem umfangreichen Thesenpapier mit dem Titel Die Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19 - der Übergang zur chronischen Phase. Sie äußern keine Radikalkritik an der Verwendung von Schutzmasken, sondern widmen sich stattdessen der Beantwortung der Frage, in welchen Einsatzfeldern die Verwendung von Schutzmasken vergleichsweise sinnvoll ist - und wo Schutzmasken einen verschwindend geringen Nutzen bieten. Die Autoren sprechen sich angesichts der aktuellen Datenlage dafür aus, die Wirksamkeit von Masken auch an Schulen fundiert zu erforschen: Insofern müssen solche medizinischen Interventionen ohne Frage methodisch anspruchsvoll und prospektiv möglichst im Rahmen randomisierter Studien untersucht werden, um letztlich belastbare Aussagen und Entscheidungen treffen zu können. Denn solche Entscheidungen stehen längst an: Müssen Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten auch während des Unterrichts in den Schul- oder Universitätsräumen Masken tragen? Wie ist das Baseline-Risiko dort zu bewerten? Welche Masken sollten zur Anwendung kommen? Die Antwort auf solche Fragen bestimmen letztlich auch den Umgang miteinander und die Möglichkeit, die psychosozialen Belastungen durch eine eingeschränkte Kommunikation untereinander zu verringern.



WDR Aktuell: „Im höchsten Maße inkonsequent.“ (25.08.2020)

In der Abendsendung WDR Aktuell werden praktische Grenzen der Maskenpflicht an Schulen thematisiert: Gerade jetzt zu Corona-Zeiten muss man schon bemerken, dass es im höchsten Maße inkonsequent ist, den Kindern Masken in der Schule aufs Auge zu drücken, sie dann zu Stoßzeiten aber dicht gequetscht in Busse zu verfrachten.



Heinz Hilgers: Stundenlang den Mund-Nasen-Schutz zu tragen, finde ich unzumutbar. (24.08.2020)

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, erklärt im Gespräch mit Spiegel Online: In Nordrhein-Westfalen beispielsweise wurde nun eine Maskenpflicht im Unterricht angeordnet, während es draußen extrem heiß war. Stundenlang den Mund-Nasen-Schutz zu tragen, finde ich da unzumutbar.



GEW NRW: „Pädagogisch unsinnige Maskenpflicht. (23.08.2020)

Die Gewerkschaft für Wissenschaft und Erziehung (GEW) in Nordrhein-Westfalen bezeichnet in einer Schul- und Mitglieder-Email zum Schulstart 2020/21 vom 23.08.2020 die ihrer Einschätzung nach pädagogisch unsinnige Maskenpflicht als Notbehelf.



Wolfgang Kölfen: „Viele nehmen die Maske sofort wieder ab, wenn sie gemeinsam das Schulgelände verlassen.“ (10.08.2020)


Die Rheinische Post berichtet am 10. August 2020, dass Prof. Wolfgang Kölfen, Vorsitzender des Verbands Leitender Kinder- und Jugendärzte in NRW und Chefarzt an der Klinik für Kinder und Jugendliche in Mönchengladbach, das Tragen von Masken gerade bei hochsommerlichen Temperaturen für Kinder kritisch sieht: Viele vergessen damit vielleicht zu trinken. Und wenn sie gemeinsam das Schulgelände verlassen, nehmen sie die Maske sofort wieder ab", so der Mediziner im Hinblick auf die täglich zu beobachtende Praxis vor den Schulen. Der Arzt plädiert dafür, nicht angstgesteuert zu handeln und "neue Regeln schnell auf Sinnhaftigkeit [zu] überprüfen, und wenn es neue Erkenntnisse gibt, diese Regeln neu zu formulieren.



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